Treff am Turm
Bildungsprogramm der Ev. Kirchengemeinde Möhringen

Das Treff am Turm Programm möchte mit seinen Angeboten Raum für Begegnung und Gespräche innerhalb der Kirchengemeinde schaffen.

Neben Kursen und Einzelveranstaltungen aus den Bereichen Glaube, Kultur, Familie, Gesundheit und Bewegung steht jedes Jahr eine Schwerpunktreihe im Mittelpunkt des Programms. In dieser Veranstaltungsreihe werden aktuelle gesellschaftliche Themen vor dem Hintergrund des christlichen Glaubens diskutiert.

Das Programmheft erscheint zweimal pro Jahr (Juli und Dezember), wird an alle Gemeindeglieder verteilt und liegt im Gemeindebüro aus.


Programm Frühjahr/Sommer 2022

Deckblatt Treff am Turm-Programm

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde unseres Bildungsangebots Treff am Turm,

ein neues Jahr steht bevor – und damit auch eine neue Schwerpunktreihe. Sie steht unter dem Thema: »Sprache – Wie bleiben wir miteinander im Gespräch?« Von Sprache lebt unsere Welt, wer nicht an Sprache teilhaben kann, wird ausgegrenzt.

». . . und darum ist der Güter Gefährlichstes, die Sprache dem Menschen gegeben, damit erschaffend, zerstörend, und untergehend, und wiederkehrend zur ewiglebenden, zur Meisterin und Mutter, damit erzeuge, was er sei, geerbt zu haben, gelernt von ihr, ihr Göttlichstes, die allerhaltende Liebe.« So umschreibt Friedrich Hölderlin (1770 – 1843) die Sprache. »Die Sprache ist gleichsam die äußerliche Erscheinung des Geistes der Völker; ihre Sprache ist ihr Geist und ihr Geist ihre Sprache; man kann sich beide nie identisch genug denken«. So Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835). »Sprache ist eine Waffe.« (Kurt Tucholsky)

Die Bibel gar setzt Sprache und Kommunikation an den Anfang von allem: »Gott sprach: Es werde…. Und es ward….« (1. Mose 1) und der Evangelist Johannes (1,1) stellt fest: »Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.« Jakobus macht folgende Erfahrung: »Die Zunge ist ein kleines Glied und richtet große Dinge an. Siehe ein kleines Feuer, welch Wald zündet’s an.“ (Jakobus 3, 5)

Wer sich verständigen kann, kann Neues schaffen und schöpferisch tätig sein. Sprache kann aber auch ausschließen und Gespräche und Beziehungen abbrechen.

»Wie bleiben wir miteinander im Gespräch?« – das Schwerpunktthema setzt sich zum Ziel, Möglichkeiten aufzuzeigen weiter zu kommunizieren, auch wenn Gespräche schwierig werden oder Unverständnis sich ausbreitet.

Im Gottesdienst zur Eröffnung spüren wir der Sinnfülle des Logos nach: »Im Anfang war das Wort.« »Social media« sind die neuen Kommunikationsformen, mit denen uns Nicolai Opifanti, Pfarrer für Kirche im digitalen Raum, vertraut macht. Meinungsverschiedenheiten gehören zum Leben und sind Spezialgebiet von Mandy Badermann, M.Sc.. Stefanie Meinicke vom SWR lässt uns an ihren Erfahrungen im Journalismus teilhaben. In Theorie und Praxis gewaltfreier Kommunikation führt uns Coach und Trainerin Iris Schröter ein. Eine Exkursion in die Welt der Sprache im Bibelmuseum rundet die Schwerpunktreihe ab.

Natürlich sind auch andere Themen und Begegnungen wieder im Programm: Wir besuchen die alt-katholische Kirche, setzen uns mit der Einsamkeit in unserer Gesellschaft auseinander und hören, wie gewinnbringend Glaube in aller Welt ist.

Hinweisen möchte ich auch auf die »Stufen des Lebens«, einen Vortrag mit und von Eugen Drewermann und – elementar wichtig für viele – den Gesprächskreis für pflegende Angehörige; außerdem setzt sich der Sonnenberger Glaubenskurs mit »Werten« auseinander.

Ihr Hartmut Mildenberger

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